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10.06.2016

Rückblick Pfingstwanderung 2016

CVJM Pfi ngstWa nderung in der Fränkischen Schweiz
– drei Tage wandern im Mix der Jahreszeiten

    „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein,
    wer lange sitzt, muss rosten.
    Den allerschönsten Sonnenschein
    lässt uns der Himmel kosten.
    Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid
    der fahrenden Scholaren.
    Ich will zur schönen Sommerszeit
    ins Land der Franken fahren."

Das Lied der Franken, ein Studenten- und Wanderlied von 1859, stammt aus der Feder von Joseph Victor von Scheffel und ist die inoffizielle Landeshymne von Franken.

Ja, dieses Jahr fuhr der CVJM Großbottwar ins Land der Franken, nach Hersbruck im Nürnberger Land. Die Anreise mit Privat-Autos erfolgte über die A6, die sich mal wieder als langer Lindwurm präsentierte. Da unser Regionalzug um 9:20 Uhr von Hersbruck abfuhr, begann das große Zittern, ob es alle auch rechtzeitig schafften auf dem Bahnhof „rechts der Pegnitz“ zu sein. Alles sah ganz gut aus, doch dann landete ein Fahrer am Bahnhof „links der Pegnitz“ und ein Busle verpasste die Abfahrt auf die A9 und fuhr die A6 weiter. Das war’s dann. Der Zug war weg und wir mussten den nächsten nehmen. Als dann endlich alle Schäflein zusammen waren, reisten wir vom Bahnhof „rechts der Pegnitz“, der Pegnitz entlang nach Pegnitz. Da die Waggons total überfüllt waren, genossen wir die Fahrt „in vollen Zügen“, wie Johann, unser dazu gestoßener junger Wanderfreund aus Unterfranken meinte.

In Pegnitz angekommen konnte es dann endlich losgehen. Jetzt fehlte nur noch ein Wanderer: Christian aus Dresden. Er hatte vor ein paar Tagen bei Google das Suchwort „Pfingstwanderung 2016“ eingegeben und gleich auf der ersten Seite von der Wanderung unseres CVJM erfahren. Daraufhin hat er sich kurzerhand angemeldet, obwohl er uns nicht -, und wir ihn nicht kannten. Da er über eine Mitfahrgelegenheit anreiste, ließ er sich im Autobahnrasthof Pegnitz absetzen und musste sich dann zu unserer Gruppe durchschlagen. Benni verlor nach ein paar Kilometer auf dem Fränkischen Gebirgsweg seine Kontaktlinse und suchte sie verzweifelt im Waldboden. Just in diesem Moment, als er sie fand, tauchte auch Christian auf und fragte ob das die Wandergruppe des CVJM Großbottwar sei?

In Pottenstein

Jetzt war die Gruppe endlich vollzählig: 35 Wanderfreunde aus 3 Bundesländern zwischen 13 und 52 Jahren, davon 11 Mädels und 24 Jungs. Es wurde dann gleich richtig Fahrt aufgenommen und über das Püttlachtal erreichten wir Pottenstein. Als Mittagsrastplatz suchten wir auf einem steilen Felsen das Sängerhäuschen auf. Hier wurden die Isomatten ausgerollt und die ersten leckeren Essensvorräte aus dem Rucksack geplündert. Es war warm, die Sonne schien, zu unseren Füßen die Magerrasenhänge mit den steilen Felswänden und die schönen Fachwerkhäuser der Stadt Pottenstein. So lässt es sich leben. Wie ein Leben gelingt, das gab uns Heiner in seiner Andacht weiter: Auf die Wegzeichen achten - nicht nur am Wegesrand, sondern auch im eigenen Leben herausfinden, wohin Gott uns führen will. Uns bewusst sein, was wir uns aufladen und wieviel unnötige Sachen, die wir in unseren „Lebens-Rucksack“ packen und schwer daran schleppen. Ein Leben in der Gemeinschaft leben, wie in einer Wandergruppe, wo man miteinander redet und aufeinander achtet.

Vesper am "Sängerhäuschen"

Gestärkt an Leib und Seele wurde „aufgesattelt“ und durch das Weihersbachtal ließen wir Pottenstein hinter uns. An der bekannten Teufelshöhle und an bizarren Felsformationen vorbei, ging es weiter über Kühlenfels nach Hüll, das Ziel des ersten Tages nach 24 km. Untergekommen waren wir im liebevoll renovierten alten Schulhaus, das jetzt als Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde dient. Wir ruhten im Obergeschoss im Gemeindesaal. Im Erdgeschoss, wo ein Raum als Leichenhalle diente, ruhte jemand in ewigem Frieden. So nah ist Leben und Tod zusammen, doch beides gehört zum Leben dazu.
Abendessen war in der Dorfwirtschaft Kroder mit sensationellen fränkischen Preisen.
Von der Dorfgemeinschaft in Hüll sind wir freudig aufgenommen worden und die Feuerwehr erlaubte uns am nächsten Morgen in ihrem Festzelt zu frühstücken. Frische Milch gab es direkt vom Bauern. Ein Dank gilt an Frau Merz, der Mesnerin, die uns immer gut versorgte, so dass wir vor dem Abmarsch unsere sechs Ukulelen aus den Rucksäcken holten und ihr ein Dankeslied sangen.

Beim Reuthof


Der zweite Tag, es hatte merklich abgekühlt, begann aber freundlich und über Felsen hinweg und durch Höhlen hindurch, wie die „Klauskirche“, erreichten wir Betzenstein. Auf dem Main-Donau-Weg gelangten wir zum Eibgrat, ein etwa 1,5 km langer Felsgrat aus Dolomittürmen mit kleinen Kletterstellen, der nordöstlich von Spies entlang läuft. Es machte großen Spaß über die Felsen zu klettern, auch wenn die großen und schweren Rucksäcke manchmal etwas hinderlich waren.

Auf dem Eibgrat

Bei Eichenstruth wurde auf einer idyllischen Wiese die Isomatten ausgerollt und die Mittagsrast gehalten. Es war zwar noch sonnig, doch wehte ein eisiger Wind, so dass Matse sich gleich im Schlafsack verkroch. Dunkle Wolken zogen auf, Yoga hielt seine Pfingstandacht am Beispiel eines Bechers. Es kommt auf die richtige Haltung an, wie wir Gott gegenübertreten, damit er uns mit seinem Geist füllen kann. Beim „Amen“ goss es wie aus Kübeln und jeder flüchtete in den Wald. Kurz danach blinzelte die Sonne wieder zwischen den dunklen Wolken hervor, so dass wir den Marsch fortsetzen konnten.

Mittagsrast mit Graupelschauer

Der 145 m langen Geislochhöhle statteten wir einen Besuch im Bauch der Erde ab, bevor es nach Velden an die Pegnitz ging. Jetzt öffnete der Himmel abermals seine Schleusen und es graupelte so stark, dass die Erde sich weiß färbte. Wir waren froh nach 23 km das schützende Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde zu erreichen. Etwa 10 ganz harte Jungs überlegten nicht lange, gingen hinunter zur Pegnitz, um sich in die eisigen Fluten zu stürzen.
Zum Aufwärmen und Abendessen ging es in die nahegelegene Traube.

Baden in der Pegnitz


Am nächsten Morgen verließen wir Velden, die Pegnitz abwärts nach Rupprechtstegen. Heute begleitete uns Stoffi aus Velden, die und die schöne Übernachtung im Gemeindehaus ermöglichte und auch ein bisschen Pfiwaluft schnuppern wollte. Über das Treufer Tal, den Paul-Pfinzig-Weg hinauf ging es zur Burg Hohenstein.
Jetzt hatte es sich richtig eingeregnet. Gut konnte man die verschiedenen Strategien zur Regenbekämpfung beobachten. Eine Gruppe verlässt sich auf Regenbekleidung wie Ponchos und atmungsaktiven Regenjacken, die andere spannt den Schirm auf, gemäß dem Motto des alten Pfingstwanderers M.D.: „Den Regen muss man von dort bekämpfen von wo er herkommt, nämlich von oben!“

Oben auf der 634 m hohen Burg Hohenstein waren schließlich alle nass, ob von außen oder von innen. Dort fanden wir freundlicherweise im Burgstübchen Unterschlupf und konnten Mittagspause machen. Die letzte gemeinsame Mahlzeit aus dem Rucksackproviant ist immer ganz speziell, da jeder nun gewahr wird, was er zu viel mitgetragen hat. So wird verschenkt, getauscht und nochmals richtig geschlemmt. Um den Regen zu vertreiben, wurden die Ukuleles ausgepackt und viele fröhliche Lieder geschmettert. Als Steffi ihren Glaubensimpuls beendet hatte, klarte es auf und wir konnte fröhlich unsere Straße bis zurück nach Hersbruck ziehen. Daniel, unser jüngster mit 13 Jahren, der vor drei Tagen zu Beginn seiner ersten Pfiwa schon ein flaues Gefühl in der unteren Magengegend hatte, ob er die 70 Pfiwakilometer auch schaffen würde, war bis zum Schluss immer in der Spitzengruppe zu finden und meisterte die Herausforderung mit Bravour.

Gruppenbild

Wenn man bedenkt, dass dieses Mal 10 junge Leute zum ersten Mal mitgewandert sind, merkt man, dass Wandern nicht aus der Mode kommt, sondern ein Gemeinschaft förderndes Erlebnis ist.

[Birgit und Markus Pantle]

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